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Friedhof Neunkirchen morgens um Viertel vor 9

16.7.: Ich bin erstaunt: Innerhalb von vier Wochen habe ich sowohl meinen Personalausweis als auch meinen neuen Reisepass bekommen. Die Benachrichtigung für den Perso habe ich ja schon zwei Wochen nach dem letzten Besuch in Neunkirchen im Postfach gehabt. Da die mal wieder nicht besonders spezifisch war, sondern nur sagte, dass ich meinen "Personalausweis/Reisepass" jetzt abholen könnte, war ich optimistisch davon ausgegangen, dass tatsächlich beides fertig wäre und habe mir einen online Abholtermin geben lassen. Dass das ja heutzutage immer so 10 bis 12 Tage dauert, bis mal einen Termin bekommt, stellte sich dabei als vorteilhaft heraus, denn so knapp eine Woche später kam dann die Benachrichtigung in meinem Postfach an, dass ich jetzt auch meinen "Personalausweis/Reisepass" abholen könnte. :-D Hach ja, deutsche Bürokratie! ;-)

Jedenfalls: Letzten Donnerstag war ich dann um halb 9 Uhr in Neunkirchen am Rathaus. Natürlich viel zu früh, denn der früheste Termin, den die hatten, war erst um 9. Also habe ich mich so 20 Minuten gegenüber auf dem Friedhof rum getrieben, um ein paar Fotos zu machen. Und die gibt es jetzt hier zu sehen:


Ich war ja beim letzten Mal hier schon ein wenig herum geschlichen - siehe Link oben -, aber dann war ich weiter zur Kirche gegangen. Das habe ich dieses Mal aus Zeitgründen nicht gemacht. Stattdessen: Ganz viele Grabsteine. Ist das eigentlich ein konfessioneller Fiedhof? Weil, ich habe den Eindruck, dass hier doch ein ganzer Haufen mehr Jesusse rum hängen - ich mein, ganze Kreuzigungsszenen sind da zu finden! Das gibt es in Seelscheid nicht. Jedenfalls nicht in der Form. Bei Maps steht da nur "Friedhof" dran, nix über die Denomination. Aber Neunkirchen ist ja glaube ich sowieso zum Herrn Anno gehörig gewesen, während wir in Seelscheid ja zu den protestantischen Grafen von Berg gehörten. Vielleicht liegt's daran. Dass man solche Dinge noch Jahrhunderte später entdecken kann... Hm, oder stimmt das so überhaupt nicht? In den diversen Karten auf der Wikipedia sieht das so aus, als wäre Neunkrichen auch schon lange bergisch gewesen. Aber immerhin bestätigt die Gemeindewebseite den Konfessinsunterschied. Whatever.


Da ich ja mal wieder viel zu viele Fotos in viel zu kurzer Zeit geschossen habe, gibt es die restlichen - mit weniger geschichtlichen Hintergedanken - im "erweiterten Eintrag" zu sehen. Da bin ich dann noch ein bisschen den Berg runter zur Trauerhalle und dann nachher über die Seitenstraße rauf zum Rathaus. Wen's interessiert: KLICK!
Überall gibt es jetzt diese Leih-Gießkannen mit Schloss wie am Einkaufswagen. Finde ich ja total albern. Sind wirklich so viele Gießkannen weg gekommen? Ich mein, in Seelscheid gieße ich seit bald 16 Jahren mit den gleichen drei Kannen das Grab. Gut, die waren auch damals schon so vergammelt, dass die keiner haben wollte, und mittlerweile sind die undicht und der Henkel ist gerissen und die gelbe habe ich schon lange nicht mehr gesehen, die hat ja auch so geleckt, dass man sich echt beeilen musste. Aber. Irgendwie seltsam. Wer klaut denn bitte Gießkannen vom Friedhof. Aber OK, es sollte mich nicht wundern. Dafür hängt da aber auch noch zusätzlich ein verloren gegangener Schal. Kann mich gar nicht erinnern, ob der im Juni auch schon da aufgeknüpft war.


Dann ein bisschen das Spiel des Lichts in den Scheiben der Trauerhalle beobachtet und auch noch den Rost mitgenommen, bietet sich ja an, wenn der da schon ist. Interessante Muster werfen die 1970er-Fenster jedenfalls auf den kahlen Beton. Oder sogar 1960er? Keine Ahnung, wann die Trauerhalle gebaut worden ist. Auch schon antik. Sorry, vintage! Heutzutage ist ja alles vintage! Was auch immer das heißen mag. Bin ich auch schon vintage? Verdammt, da kommt schon wieder ein Geburtstag auf mich zu! Also, meinen Knochen nach zu urteilen, bin ich tatsächlich sehr vintage! ;-)

Jedenfalls wurde es dann auch langsam mal Zeit, den Berg wieder hoch zu klettern. Habe dann um 10 vor 9 das Rathaus betreten und um 9 war ich schon wieder draußen, nachdem ich beide gewünschten Dokumente in die Hand gedrückt bekommen hatte. (Der eigentliche Spaß war, dass ich - natürlich - wieder meine PIN für den Perso vergessen hatte, weshalb ich nachmittags noch mal kurz hier war, dann natürlich ohne Termin mit einer halben Stunde Wartezeit, und die PIN mal eben zurück gesetzt habe.)


Das letzte Foto von Strohhut und Traubensaftflaschen ist übrigens das einzige heute, das nicht aus Neunkirchen stammt. Stattdessen ist das vom rückwärtigen Eingang des Seelscheider Friedhofs. Weil, da waren wir natürlich auch noch. Aber die drei Bilder, die ich da gemacht habe, lohnen keinen eigenen Eintrag. Fand nur dieses hier so witzig, dass ich es nicht unerwähnt lassen wollte.

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