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Schwarz-weiß und analog, Teil 336: Lanzenbach, Warth, Allner, Hennef und Eis, alles mit dem AI-S 50/1.4

Kentmere 100 #18, März 2026
  • Nikkormat FT, AI-S Nikkor 50mm 1:1.4
  • Entwicklung: Fomadon P Stock #3 20° 9:00 Minuten, Adofix Plus 1+5 #22+#23 (?), 7:00 Minuten, Adoflo II 1+200
Das AI-S 50/1.4 macht sich ja besonders gut auf meiner Nikkormat, einer der Gründe, weshalb ich das mit genommen hatte. Weil, geile Kamera verlangt nach einem geilen Objektiv. Deswegen eine gute Kombination. Und dann habe ich die auch gleich mal getestet: Beim Radfahren durch den Frühling, am ersten Tag, als es so richtig warm wurde!

Angefangen hat alles wie immer mit dem Trecker, der auf der Wiese direkt am Ende unserer Sackgasse steht. (1/1000s, f/5,6.) Wie man an den Werten sehen kann, es war hell! Also, so Sunny Sixteen hell! Die Sonne kann schon was um diese Jahreszeit! Und das Objektiv macht so weit abgeblendet auch richtig gute Schärfe und steht dem modernen AF nicht nach. (Ich hatte ja eh schon spekuliert, ob das nicht eh der gleiche Aufbau nur mit modernerer Beschichtung ist.)

Auf dem Weg durch Geisbach habe ich dann noch mal wieder den Kaugummiautomaten vor dem kleinen Eisverkäuferladen mitgenommen, denn der hat mittlerweile einen Einbruchsversuch hinter sich. (1/1000s, f/2,8.) Hier im Schatten konnte ich die Blende direkt mal etwas weiter öffnen und im Hintergrund ein bisschen mehr Bokeh erzeugen. Und ich habe Vandalismus dokumentiert, der in s/w schon fast ästhetisch aussieht. Bleibt die Frage, wer für den Firlefanz da drin in kauf nimmt, wenn er erwischt wird, dafür verknackt zu werden, Jugendstrafe, Park putzen, Bänke wienern! Blagen, weißte! Ich mein, so'n Automat ist sicher nicht billig, der Schaden ist wahrscheinlich größer als der Wert des Temu-Inhalts! Wenn es wenigstens Kaugummis wären... Aber ich schweife ab...


In der Warth habe ich dann mal wieder das Kreuz vor der Kirche abgelichtet. (1/1000s, f/2,8.) Ein bisschen über, ich habe mal wieder etwas ungenau gemessen, das gebe ich zu, diese alten Match-Needle-Dinger sind für mich ja mehr so eine Orientierungshilfe als eine Vorgabe. Immerhin gibt die gute alte Quecksilberzelle auch nach was weiß ich wie langer Zeit noch Strom ab! Aber sieht gut aus, oder? Ich mag das Kreuz ja als Motiv sowieso sehr gerne, mit dem kleinen Turm dahinter, nett.

Dann noch die Fragen von Kindern und Eltern zugleich aushalten müssen: "Was Fotografierst Du da?" Ja, also, das nennt sich Tür und das ist dafür da, damit es in der Kirche nicht so zieht! :-D (1/250s, f/8.) Ja gut, ist jetzt vielleicht etwas ungewöhnlich, aber ich mache ständig solche Fotos. Das nennt sich Kunst, Menschenskind! ;-) Naja, oder zumindest sowas Ähnliches. Kunst ist es erst, wenn ich andere davon überzeugen kann, es mir für viel Geld abzukaufen, oder wie war das noch mal? ;-)

Besonders schlimm wurde das dann, als ich auch noch diesen Motorroller ins Visier nahm: "Was machst Du da?" Silberhalogenid belichten! ;-) (1/500s, f/8.) Der Soccermomvolvo im Hintergrund stört mich etwas. Oder was ist das? Was großes, schweres, soviel steht fest. Dann lieber ein Leichtkraftrad. Obwohl, bei einem Head On dann doch lieber den Volvo, glaube ich. Aber erstaunlich wie schwarz Schwarz sein kann, wenn man so die schattige Seite der Reifen betrachtet.


Der nächste Halt war dann bereits am Allner See: Gänse, die keinen Bock auf Fotos hatten und deswegen von mit weg schwimmen. (1/1000s, f/4.) Viel zu hell, der Dunst überm See ist doch sehr prominent! Andererseits hat das so eine leichte Hund-von-Baskerville-Stimmung. Wuff.

Das nächste Bild ist ein Fall von zum Richtigen Zeitpunkt den Finger am Auslöser gehabt: Die Gänse saßen da friedlich, bis so ein blöder Mensch sie fotografieren wollte, da sind sie plötzlich auf gesprungen und ich hab einfach abgedrückt! (1/1000s, f/4.) Selbst bei maximaler Geschwindigkeit, die diese Kamera kann, sind die Flügelspitzen tatsächlich noch immer ein bisschen verwischt. Auf jeden Fall erstaunlich, dass sich so große Tiere so plötzlich in die Luft erheben können. Braucht aber offensichtlich auch ein gewisses Maß an Anstrengung, die gucken beide etwas genervt, dass ich sie aufgeschreckt hatte. Gut, sie hätten ja auch sitzen bleiben können, ich wäre ja auch gar nicht näher gekommen!


Spezi gibt es auch von anderen Brauereien, das vergesse ich immer. (1/1000s, f/4.) Wollte das Teufelszeug ja immer mal probieren, aber J sagt immer: Mir kommt das nicht ins Haus. Die Markenindoktrinierung funktioniert bei ihr ja ganz gut! ;-) Aber so als Altglas auf dem Mülleimer machen die beiden Flaschen sich ja ganz gut. Prost! Ich hatte ja mal die Etiketten abgeglichen, ich glaube, da war im Großen und Ganzen eh das Gleiche drin. Aber ob es auch so schmeckt... man weiß es nicht! Im Hintergrund übrigens die Autobahnbrücke.

Am Ufer des Sees trieb dann noch dieser Fußball im Wasser, ich dachte erst, es wäre ein Straußenei. (1/1000s, f/2.) Hui, das bisher am weitesten offene Bild, hier zwischen den Ästen und Zweigen im Halbschatten. (Ich belichte ja eh immer lieber etwas reichlich und und entwickle dafür kürzer, zumindest bei diesem Sommerwetter und mit manuellen Kameras. Das hab ich noch so vom Foma drin, der das Licht ja liebt.) Spannendes Foto, das mit Reflexion und Unschärfe spielt.

Der Reiher war definitiv zu weit weg. (1/1000s, f/4.) Trotzdem wollte ich den nicht links (oder in diesem Fall rechts) liegen lassen. Und er ist ja auch trotzdem erstaunlich scharf geworden und wenn der Film höher auflösen würde und mein Scanner nicht so unscharf wäre, könnte man da glatt noch was raus vergrößern. Muss mal mit dem Vergrößerer einen Abzug mit Ausschnittvergrößerung versuchen. Wie hoch kann ich den eigentlich drehen? Hm...


Dann in der Stadt Stahlplatten fotografiert, die da in dem kleinen Park stehen, Kunst halt. (1/1000s, f/4.) Insbesondere zu beachten, das mit weißem Edding gemalte Schild mit Blume. Sowas ist meine Art von Humor. Das blöde weiße Haus im Hintergrund stört mich, vor alle der Volvo (schon wieder) in der Einfahrt. Aber OK, man kann sich nicht alles aussuchen, das ist hier Fotografie, keine Malerei. Ob die KI mir das weg rechnen kann? ;-)

Dann das alte Herrenhaus. (1/500s, f/8.) Immer ein Motiv wert. Und wie man sieht, ballerte hier die Sonne so, dass wieder Sunny 16 angesagt war. Also, umgerechnet auf f/8. Bei dem Wetter braucht man eigentlich keinen Belichtungsmesser. Das 50er ist jedenfalls auch architekturgeeignet. Geile kleines Objektiv, sagte ich das schon?

Dann noch schnell an der Kirche rein gefahren und von hinten dieses weit abgeblendete Bild gemacht, damit Turm und Mast beide scharf werden. (1/250s, f/8.) Hätte eigentlich tatsächlich mal f/16 testen sollen. Warum habe ich eigentlich nicht? Aber geht auch so ganz gut.


Dann noch den alten Kirchturm mit der Spitze des neuen dahinter herausragend. (1/250s, f/8.) 1744 ist auch lange her, muss man ja mal ganz offen sagen. 282 Jahre. Meine Güte. Macht man sich kaum Gedanken drüber, wie sich das Leben seitdem verändert hat. Das verändert die Perspektive auf eine gerade mal 60 Jahre alte Nikon doch gewaltig, und die halte ich ja eigentlich schon für "vintage". ;-)

Vor der Kirche dann noch ein paar narzissige Osterglocken eingesammelt, oder sind es osterglockige Narzissen? Man weiß es nicht. (1/250s, f/5,6.) Zum Blumemfotografieren ist glaube ich f/5,6 meine neueste Lieblingsblende. Hinterlässt eigentlich immer einen ganz guten Eindruck und macht den Hintergrund bei dieser Entfernung auch nicht zu scharf. Im Gegenteil gefallen mir die Blendenabbilder immer ganz gut. Nur den Schmutz weg reouchieren ist immer so schwierig in den Farbverläufen.


Und dann meldete sich J, dass sie mit der Arbeit fertig war und mich am Eiscafe im Blumenladen treffen wollte, woraufhin ich einen Früchtebecher und sie einen Amarettobecher hatte. (1/500s, f/8.) Hmm, lecker, das hat echt gut geschmeckt. Die machen da echt gutes Eis, aber leider auch nicht ganz billig. Auch wenn die Mehrwertsteuer gesenkt wurde, habe ich das Gefühl, dass das Eis trotzdem teurer geworden ist. Aber ich stelle fest: Buntes Eis in s/w macht sich trotzdem sehr gut!

Und 'ne Waffel! (1/500s, f/5,6.) Die war auch lecker, auch wenn ich den Fokus etwas zu weit hinten gesetzt habe. Die Mattscheibe ist in der Nikkormat das einzige, was ich ein bisschen zu bemängeln habe. Oder es liegt einfach wieder an mir und meiner Blindheit! ;-)

Nächstes Mal: Seelscheid mit der gleichen Ausrüstung. Aber ohne Eis. ;-)