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Teotihuacan - Stadt der Götter

Eines der Spiele, die wir uns vom Flohmarkt auf der Bonn Spielt mit gebracht hatten, ist Teotihuacan: Stadt der Götter. Das stand zwar nicht ganz oben auf unserer Liste, aber hat uns genug interessiert, dass wir es mit genommen haben. Gebraucht war es auch extrem günstig für die vielen Holzteile, die da drin sind.


In Teotihuacan geht es hauptsächlich darum, die Pyramide in der Mitte des großen Spielplans zu bauen, damit die Götter besänftigt sind. Nebenbei kann man noch einige andere Dinge tun, etwa Häuschen bauen und Verzierungen an den Stufen der Pyramide anbringen. Um das alles zu bewerkstelligen, muss man seine Arbeiter von Ort zu Ort, von Gebäude zu Gebäude schicken, damit diese dort Arbeiten verrichten, etwa Baumaterial sammeln oder Fähigkeiten lernen. Das Ganze muss natürlich auch irgendwann enden, und zwar, wenn zum dritten Mal eine Sonnenfinsternis eingetreten ist. Das passiert immer, wenn der weiße Marker den schwarzen Marker trifft, wobei aber immer nur der weiße bewegt wird, und zwar am Ende einer jeden Runde, wenn alle Spieler einen Zug gemacht haben. (Es gibt auch besondere Ereignisse, die die helle Scheibe weiter ziehen lassen, aber die kommen selten vor, sodass ich sie jetzt mal weg lasse. Ich will hier ja wie immer nicht die Betriebsanleitung nacherzählen, sondern was zum Spielerlebnis sagen.)

Teotihuacan ist kein klassisches Worker Placement, sondern stattdessen laufen die Arbeiter immer rechtsrum im Uhrzeigersinn über den Plan und besuchen dabei verschiedene Orte in der Stadt. Dabei gibt es kein Cool Down, man kann also im nächsten Zug den gleichen Arbeiter wieder bewegen, wenn man möchte. Am Anfang hat man drei Arbeiter, die über den Plan laufen, man kann einen vierten freischalten. Repräsentiert werden diese durch Würfel, deren sichtbare Augenzahl die Stärke oder den Erfahrungswert des Arbeiters angeben. Je höher die Zahl, desto bessere Aktionen können die Arbeiter ausführen, und nach jeder getanen Arbeit können sie ein Level aufsteigen. Wenn sie allerdings bei der 6 angekommen sind, gehen sie ins Jenseits über. Dann kann man seinen Klotz auf der Totenallee bewegen und der Würfel wird - zurückgesetzt auf 1 - wieder auf den Startpunkt im Palast abgelegt, von wo er als neuer, unerfahrener Arbeiter von vorne startet.


In jedem Zug kann ein Arbeiter bis zu drei Orte weiter bewegt werden, sodass man mit einem bestimmten Arbeiter nie alle Orte erreichen kann. Es ist also sinnvoll, sie einigermaßen gleichmäßig zu verteilen und seine Aktionen gut zu planen. Zudem kann man an bestimmten einzelnen Orten die Arbeiter auch auf speziellen Fendern festsetzen, wo sie stehen bleiben, biss man eine gewisse Menge Kakao (die Währung im Spiel) zahlt, um sie wieder frei zu kaufen. Als Belohnung winken hier bestimmte Sonderplättchen, die man sammeln kann (wie Masken, die bei der Finsternis-Abrechnung Punkte bringen) oder die bestimmte Fähigkeiten zur einmaligen Verwendung bieten.

Klingt alles mal wieder komplizierter, als es tatsächlich ist, aber man sollte auch bedenken, dass die Anleitung schon eher ein dickes Heft als eine dünne Packungsbeilage ist. Die Lernkurve ist relativ hoch, auch wenn das eigentliche Spiel nach deren Lektüre recht flott und flüssig von der Hand geht. Strategie ist hier immer wichtig, man sollte immer im Hinterkopf behalten, was man eigentlich gerade vor hatte und wie man die meisten Punkte abgreifen kann. So etwa beim Bau der Pyramide, wo man möglichst viele Symbole passend übereinander legen möchte, um Boni zu erhalten, wie etwa auf den Tempelleisten aufzusteigen, die wiederum ebenfalls Boni (und Punkte) bringen. Gleiches gilt für die Verzierungen, die man an den Aufgängen auf die Pyramide anbringen kann. Nebenbei kann man noch seine Fähigkeiten verbessern, im Palast Dienst tun und Häuser errichten. Alles für Punkte. Am Ende wird abgerechnet und wer die meisten hat, gewinnt.


Soweit grob das Spielprinzip. Wie gesagt: Die Anleitung hat so um die 20 Seiten, da gibt es einiges zu lernen, was ich in so einem kurzen Artikel nicht beschreiben kann und will! Was mich aber zum Material bringt, von dem ich durchweg überzeugt bin: Die Pyramidenteile sind aus Holz und wertig, der Spielplan ist hübsch und dem Thema entsprechend gestaltet und selbst die Papp-Plättchen fühlen sich nicht allzu billig an. Auch die Ressourcen, von denen es Gold, Steine und Holz gibt, sind aus Holz und passen gut in die Hand. Einzig die Kakao-Plättchen sind ein bisschen klein geraten, finde ich. Überhaupt fühlen sie sich während des Spiels ein bisschen wie ein Nachgedanke an, um das Spiel ein bisschen schwieriger zu gestalten. (Mit dem Kakao kann man nicht nur seine Arbeiter aus den Tempel-Ecken freikaufen, sondern muss diese auch am Ende, wenn die Finsternis kommt, bezahlen/füttern.)

Das ändert aber nichts daran, dass das Spiel insgesamt einen gut durchdachten und wertigen Eindruck hinterlässt. Die Regeln mögen kompliziert erscheinen, wenn man sie liest, aber im Spiel ergeben die allermeisten einen logischen Sinn. Man kann halt keine Pyramide bauen, ohne eine gewisse Menge Material beschafft zu haben. (Dabei ist es übrigens immer hilfreich, wenn zwei Arbeiter auf dem gleichen Ort landen, denn die beiden können sich dann gegenseitig helfen und die Belohnung fällt dementsprechend üppiger aus.) Vor allem passen die Regeln sehr gut zum Setting: Eine mesoamerikanische Stadt vor der Kolonialisierung durch die Europäer. Während des Spiels kommt tatsächlich ein gewisses prä-kolumbianisches Feeling auf, auch wenn es natürlich nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Leben der Bewohner repräsentiert.


Fazit: Mal ein bisschen etwas anderes als unsere üblichen Worker Placements; ein Spiel, dass auf den ersten Blick Ähnlichkeiten mit Men-Nefer hat (antikes Setting, Pyramiden, etc.), sich aber doch anders spielt, weil man immer im Kreis läuft, um bestimmte, wiederkehrende Arbeiten zu verrichten (mehr wie bei Iki). Mir gefällt es sehr gut, weil mich das Thema ja voll anspricht - Archäologie und Vorgeschichte haben mich schon immer fasziniert und Mesoamerika ganz besonders.

Meine Kritikpunkte sind wenige: Die Ikonografie des Spiels ist im ersten Moment überwältigend, dann aber doch nicht konsequent durchgezogen. So wird etwa manchmal mit dem antiken Punkte-Strich-System für Zahlen gearbeitet, dann aber wieder nicht, und es wäre zB witzig gewesen, die Zahlen 1-6 auf den Würfeln nicht durch normale Punkte darzustellen, sondern eben im gleichen System. Wäre aber evtl. für Einsteiger, die sich im mesoamerikanischem Zahlensystem (Basis 20) nicht auskennen doch zu überfordernd gewesen? Ansonsten bin ich eigentlich hin und weg und würde dem Spiel eine eher hohe bis sehr hohe Bewertung geben. Was weiß ich, 4½ von 5 Sternen? Sowas in die Richtung. Vor allem, weil wir es günstig bekommen haben, hat es sich echt gelohnt.

Trekdinner am Samstag

Samstag abends war dann nach der Spielemesse noch Trekdinner. Wir waren - praktisch veranlagt wie wir sind - gleich unten im Brückenforum in dem Italiener da. War ganz lecker, muss man sagen. Die Pizza mit dem vielen Sardellenfisch drauf war natürlich ein bisschen salzig, aber die mit dem Spinat und den Krabben war perfekt (und herzförmig). Hier mal eine kleine Mischung aus Handy- und Kamera-Fotos:


Die Tiramisu, die Papa Schlumpf am Ende noch verdrückt hat, sah wirklich vorzüglich aus, aber ich glaube, dann wäre ich geplatzt. Deswegen hatten J und ich nur noch ein kleines Eis mit je zwei Kugeln. Das war auch ganz gut, die haben scheinbar auch gleich eine Eisdiele mit im Haus: Praktisch! Und lecker! Auch wenn es kein Himbeer gab, das da im Bild ist Erdbeer und Zitrone. ;-)


Die Nudeln, die die anderen hatten, sahen auch extrem lecker aus, aber da wir am Sonntag schon Nudeln geplant hatten, waren wir halt für die Pizza. Insgesamt kann man den Laden echt empfehlen. Diese italienische Gaststätte wird auch tatsächlich noch von italienischen Leuten betrieben, das spiegelt sich im Essen wieder! (Jaja, immer diese Stereotypen!) ;-)

Ansonsten hatten wir wie immer viel Spaß. Ich darf nicht vergessen, die Postkarte am Montag weg zu schicken. (Ja, ich tippe das hier schon wieder im Voraus! ;-))

Bonn Spielt!

Gestern waren wir in Bonn auf der kleinen Spielemesser "Bonn Spielt". Die ist im Brückenforum, und wer das Brückenforum kennt, weiß, dass das jetzt keine Veranstaltung ist wie in Essen, wo die ja mittlerweile den Großteil der Hallen voll bekommen. In Bonn ist es eher klein und gemütlich familiär. Und das ist auch gut so. Geparkt hatten wir natürlich nicht in der Tiefgarage, sondern im Wohngebiet. Die paar Meter laufen waren bei dem schönen Wetter ganz gut, weil wir den Rest des Tages ja in der Halle verbringen wollen würden gemacht haben getan. ;-) (Meine Verben sind noch ein bisschen durcheinander, es war sehr laut, lang und meine Füße tun weh!)


Besonders schön finde ich immer den Flohmarkt, den wir auch mal wieder heftigst ausgenutzt haben: Wir können jetzt solch spannende Spiele wie Hallertau, Yamataï, Teotihuacan und Nature unser Eigen nennen! Also, der ganz normale Wahnsinn! (Aber immerhin auf dem Flohmarkt zu Preisen, die nicht die Bank sprengen!) Den haben wir auch direkt um kurz nach 10 abgegrast, als der Andrang am größten war. Aber sonst hätten wir diese tollen Spiele wahrscheinlich verpasst. Wie man sieht: am Anfang, kurz nach dem Einlass, war auch wirklich noch nicht so viel los. Da konnte man sich noch relativ frei einen Platz aussuchen. Nachdem wir mit dem Flohmarkt durch waren, sah das schon ganz anders aus.


Ansonsten haben wir und den Tag damit vertrieben, selber ein bisschen was zu spielen. Unsere Trekdinner-Kollegen J (Papa Schlumpf) und D waren auch da, sodass wir auch ein paar würdige Gegner hatten. (Abends war ja noch TD geplant, schließlich war der erste Samstag im Monat! Nächsten Monat scheinbar aber erst am zweiten Samsatg, weil Leute im Urlaub sind.) Haben es mit Fossilium versucht, aber da sind wir schon am Aufbau gescheitert. Es war in der Halle dann doch zu laut, als dass man die Anleitung verstanden hätte, die nicht so richtig gut geschrieben ist, finde ich. Und für ein YouTube-Anleitungsvideo war die Zeit zu knapp. Haben uns dann lieber erst mal bei den vorgestellten Spielen umgeschaut. Sehr interessant hat "Flying Gang" ausgesehen, ein Piratenspiel. Der Entwickler stand daneben und war extrem enthusiastisch. Mal sehen, ich habe mich mal auf der anderen Crowd Funding Webseite dafür registriert, damit ich da Nachrichten bekomme.


Dann haben wir eine Partie "Am Goldenen Fluss" gespielt. Das hatte ich in Essen schon mal beobachtet, aber nicht gespielt, weil wir da so viel rum gelaufen sind und das auch nicht unbedingt Priorität hatte. Ist aber ein ganz nettes und nicht sooo langes Spiel, das man sicher mal dazwischen schieben kann, wenn einem die anderen zu kompliziert sind, die man im Schrank hat. Ich werde es jedenfalls mal im Auge behalten, ob man es nicht gebraucht günstig bekommt. Rheinauenflohmarkt ist ja auch demnächst schon wieder. Nebenan spielten sie übrigens "Seti", die haben auch so ungefähr eine kleine Ewigkeit gebraucht, bis sie mit dem Spiel durch waren. Waren aber auch Eltern mit zwei Kindern, wahrscheinlich ist das deswegen etwas in die Länge gegangen. ;-) Als kurzes Erholungsspiel haben wir dann eine oder zwei Runde "Draftosaurus" hinterher geschoben, das fand ich sehr niedlich und für ein niederschwelliges Zieh-Spiel erstaunlich strategisch. Nett und bunt!


So, und im letzten Bild: Unsere Loot. Also, das, was die Veranstalter jedem am Eingang in die Hand gedrückt haben. Hauptsächlich die üblichen Ladenhüter. ;-) Aber über das MicroMacro-Päckchen haben wir uns tatsächlich gefreut, das haben wir ja und jetzt haben wir einen Fall mehr! Cool!