Skip to content

Agfa Silette L (1956) mit Color-Solinar 1:2,8/50 und Compur Rapid

In der Kiste, die ich vom letzten Tomb Raider Meeting mit nach Hause gebracht habe, war auch noch ein anderes kleines Schätzchen: Eine Agfa Silette L (soweit ich das dem Netz entnehmen kann in der Ausführung von 1956) mit einem (für die Zeit und diese Art von Kamera) recht lichtstarken Color-Solinar 1:2,8/50 und einem schnellen Compur Rapid Verschluss. Insgesamt eine sehr spannende Kombination, die - wenn die Datierung stimmt - dieses Jahr 70 Jahre alt wird! Und Spoiler: Sie funktioniert! Und sieht darüber hinaus auch noch schick aus!


Was hier direkt ins Auge fällt, ist der Lichtmesser vorne am Gerät. Hier handelt es sich um einen passiven (also nicht batteriebetriebenen) Messer, der oben auf dem Top Deck der Kamera ein kleine Nadel hin und her pendeln lässt. Ich nehme an, da drin steckt eine gute alte Selen-Fotozelle. So viele von den Dingern sind mit den Jahren kaputt gegangen, weil die Leute die Kamera nicht wieder in die Schutztasche gesteckt haben und die andauernde Belichtung der Fotozelle diese hat über Maßen altern lassen. Nicht so hier: Die Nadel schlägt recht zuverlässig aus, sowohl im offenen wie im geschlossenen Zustand. Hier kann man dann über ein Drehrad einen Zeiger einstellen, bis dieser mit der Nadel übereinstimmt, und dann die EV ablesen, welche man wiederum auf die Blende übertragen kann. Blenden- und Zeit-Ring sind miteinander gekoppelt, sodass man - wenn man einmal die korrekte Belichtung eingestellt hat - nur noch an einem der Ringe drehen muss, um die verschiedenen Kombinationen durchgehen zu können. Clever.

Das einzige Problem, das diese Kamera hatte, als ich sie bekommen habe: Der Fokus-Ring steckte fest und nur mit ganz sanfter Gewalt ließ er sich ein bisschen zwischen Unendlich und 10m bewegen. Ich habe mein übliches Allheilmittel benutzt, um den Dreck da drin ein bisschen aufzulösen: Kontaktreinigerspray! Das hat mir in solchen Fällen noch immer gute Dienste erwiesen. Auch so hier. Leider kann ich nicht erkennen, ob sich an der Fokussierung tatsächlich etwas ändert, wenn ich jetzt am Ring drehe. Es könnte also sein, dass der aus anderen Grünend als den allgemeine Alterungserscheinungen feststeckte: Vielleicht hat die Kamera mal einen Schlag auf die Nase gekriegt. Bei anderen Sucherkameras dieses Alters bin ich das gewöhnt, dass das Frontelement raus und rein geschraubt wird, aber hier tut sich nichts. Vielleicht muss ich doch mal rein schauen...


Aber ansonsten macht diese Kamera einen Eindruck wie neu. Als wäre sie noch nie aus der Verpackung genommen worden. Alle mechanischen Teile wie der Spannhebel und der Verschluss funktionieren zufriedenstellend nach all der Jahrzehnten - ob die Zeiten noch richtig laufen, kann ich natürlich nur raten, aber zumindest die schnellen scheinen zu tun, was dran steht. Auch das kleine Bild-Zählwerk am Spannhebel funktioniert. Der Verschluss ist übrigens die "bessere" Version mit 1/500s als Minimalgeschwindigkeit. Andere, die ich im Netz gefunden habe, enden bei 1/250s oder 1/300s. Die haben außerdem meist eine Brennweite 45mm statt der 50mm wie diese hier. Ob das jetzt eine besondere Version ist, weiß ich auch nicht; in den 1950ern war es ja Gang und Gäbe, das zu verbauen, was gerade in der Fabrik verfügbar war. Die Linsen unterscheiden sich alle untereinander ja nur minimal, es handelt sich eh meist um einfach Tripplets, die ungefähr die gleichen Eigenschaften haben. Es würde mich zB nicht wundern, wenn der Sucher immer den gleichen Ausschnitt zeigen würde, egal ob ein 45er oder ein 50er verbaut wurde.

Bleibt also eigentlich nur, das gute Stück mal mit einem Film zu testen. Aber ich glaube, so langsam muss ich mal neue bestellen, der Kühlschrank ist so leer! Ich habe auf dem Meeting jetzt mal den ostdeutschen Wolfen verschossen, den ich vor zwei, drei Jahren gekauft, aber nie benutzt habe. Der ist nämlich auch mittlerweile abgelaufen, während die Kentmeres alle alle sind. Fomas habe ich auch nur noch ein paar. Das wird wieder teuer! ;-) Zum Glück hab ich noch genug Entwickler rumliegen!

Auto putzen

Weil am Samstag Trekdinner ist und wir deshalb nach Bonn müssen, habe ich heute morgen mal das Kfz voll getankt. Einfach nur, damit ich weiß, wie viel so ein halber Tank ist. Scheinbar 21 Liter. Außerdem muss man den Tankrabatt ja noch ein bisschen ausnutzen, statt Benzin zu sparen! ;-) Nee, eigentlich war der Plan, den Sprit, der seit mindestens 4 Monaten in dem Auto rum gestanden hat, mal mit ein bisschen frischem Zeugs zu verdünnen. Ich weiß, ich weiß, in so kurzer Zeit sollte da noch nichts ausgeflockt sein, vor allem nicht bei modernem Benzin, aber. Außerdem musste ich eh zum Discounter, da lag die Tanke ja auf dem Weg.


Danach habe ich dann versucht, die neue grüne Plakette anzubringen. Wie gesagt, wir wollten nach Bonn am Samstag. (J hat mir natürlich erst nachher gesteckt, dass die Umweltzone nur auf der anderen Seite des Rheins gilt und da kommt man wegen der Brückensituation zZt ja eh nicht mit dem Auto hin!) ;-) Jedenfalls ging die alte Plakette ganz leicht ab, wie man oben sehen kann, aber der Klebstoff?! Der Klebstoff!?! Mir wurde dann von verschiedener Seite ein Fö(h)n empfohlen, weil, Hitze macht Klebstoff weich und das stimmt im Allgemeinen ja auch. Aber hier: Not even a little bit! Als ich den Heißluftbläser auf 300° hochgedreht habe, hat der Klebstoff müde gelächelt und meinte so: "Eher gibt die Scheibe nach als ich! Komm, versuch's doch, das Plastik drumherum verbiegt sich schon!" Ich nehme an, der Kleber unter diesen Plaketten ist extra wärmebeständig, weil so ein Auto im Sommer ja auch mal warm werden kann. Also, jetzt nicht unbedingt in diesem "Sommer", nur so allgemein. :-D Habs jetzt mit viiiiel Brennspiritus und einem Küchenmesser runter geschabt bekommen und habe dann die neue Plakette applizierten. Mitten über den QR-Code von der Scheibe. Fail! Egal, solange das Kennzeichen lesbar ist, sollte das reichen. Nicht, dass jemals jemand meine Plakette hätte sehen wollen. ;-)


Dann mit dem restlichen Brennspiritus einmal den ganzen Aygo von innen abgerubbelt, weil, dieses liebliche Aroma von Nikotin und Vanille-Duftbaum, wie soll ich sagen! Das wiederum dann mit Spüliwasser nachgewischt, und siehe da, jetzt riecht es nach Destille, nicht mehr nach Crack-Höhle! ;-) Das Spülwasser sieht man da unten, das ist wirklich nicht mehr schön, und wenn es nicht plötzlich angefangen hätte, wie aus Eimern zu schütten, hätte ich auch noch eine zweite und dritte Tour durchs Auto gewischt. Vor allem die Sitze wollte ich ja eigentlich noch abrubbeln. Die sind auch ein bisschen klebrig.


Nebenbei habe ich gestern noch einen neuen Wischarm für hinten bestellt. 8 Euro, mitsamt dem Wischblatt! Das kann nix taugen! ;-) Heute morgen im Regen dann festgestellt, dass der Wischer vorne noch gar nicht so runter genudelt ist, wie ich dachte. Der stand nur so schrecklich lange, dass das wohl ein bisschen ausgedörrt war und im Regen eigentlich ganz annehmbare Resultate liefert. Und das, nachdem ich 12 Euro für einen neuen ausgegeben hatte. Naja, egal, hab ich einen auf Lager. Je mehr ich jetzt in dieses Übergangsauto investiere, desto eher kommt der Born aus der Fabrik. Oder, wenn ich es erwarte, ist es dann genau umgekehrt? Umgekehrter Murphy?! :-D

Wie auch immer. Am Samstag also mal ein etwas weiterer Ausflug. Bis nach Beuel ist ja schon ein bisschen. Hoffentlich wird das Wetter gut, wir wollten uns die Ballone auf dem Ballonfest in den Rheinauen anschauen, bevor wir uns in die Innenstadt zum TD begeben...

Meisen beim Baden

Hatte schon am Montag die Meisen beobachtet, wie sie in den Wasserpötten, die die Schwiegermutter da auf der Veranda stehen hat, gebadet haben. Komm ich eben (Mittwoch mittags) da vorbei und sehe: Jetzt sind da auch die jungen Meisen dabei, die gerade das Nest verlassen haben. Ich also flugs das 400mm Sigma auf die D800 geschraubt und ein paar Vogelfotos gesnappt.


Das hat selbst durch die Scheibe recht gut funktioniert. Ich bin erstaunt, dabei ist die sowas von schmutzig und müsste mal ganz dringend geputzt werden! Aber dafür hat es scheinbar noch gereicht. Die Brennweite ist auch ziemlich genau die richtige bei dieser Entfernung irgendwo zwischen 5 und 8 Meter. Habe mich nicht näher ran getraut, wenn ich die Tür auf gemacht hätte, wären sie sonst sofort verschwunden, nehme ich an.

Meisen, gerade die jungen, zerzauselten, sind aber auch zu niedlich. Vor allem, wenn sie dann da in den Dingern baden und das Köpfchen unters Wasser und so! Hat also auch Vorteile, dass die Schwiegermutter nie den Garten aufräumt. ;-)


Nebenbei habe ich dann noch dieses gelbschwänzige Stelzentier erwischt. Sieht aus wie eine Bachstelze, ist aber ganz gelb am Popo. Und auch sonst recht gelb. Also, gelb! Gebirgsstelze? Das sagt jedenfalls die KI. Was macht die denn hier? Hat die sich aus dem Siebengebirge verflogen? Jedenfalls auch niedlich, wenngleich sehr viel schreckhafter als die Meisen: War sofort wieder weg und ich habs nur von der Seite oder von hinten erwischt. Ein Blick unter den Latz wäre sicher noch aufschlulssreicher gewesen. So muss ich mir einfach einbilden, dass ich eine Gebirgsstelze gesehen hätte. ;-)


Mal sehen, wenn das Wetter so bleibt und die da weiter baden, gibt es vielleicht demnächst noch ein paar mehr Fotos von Meisen. Die anderen Vögel (Spatzen und Amseln) könnten sich auch noch dazu gesellen. (Buchfinken scheint es dieses Jahr auch mehr zu geben, da habe ich schon ein paar im Wald gesehen.) Ich krieg ja nie den Hals voll von Vögeln. Kein Wunder, dass ich so gerne Wingspan (Flügelschlag) spiele... ;-)

Minolta XG 2 mit Minolta MC W. Rokkor-HH 1:1.8 f=35mm

Wie immer: Ich tauche irgendwo auf, irgendwer drückt mir seine alten Kameras in die Hand! Erstaunlich! ;-) Dieses Mal am Start: Eine alte Minolta XG2. Mit der ich mich allerdings nicht groß aufhalten werde, denn von der Sorte hatte ich schon mal eine, siehe die andere XG-2, die ich aus dem Internet habe. Obwohl die sehr schön erhalten aussieht. Allerdings scheint die Elektronik etwas zu spinnen: Die Batterie war natürlich leer, sodass ich die hier erst zu Hause richtig testen konnte. Sie löst aus, irgendwie, aber nicht mit einer Geschwindigkeit, die man eingestellt hat. Und dann hat für mehrere Minuten der Spiegel gehangen, bevor er sich bequemt hat, wieder runter zu kommen. Ich nehme also an, die muss mindestens mal gereinigt, wenn nicht nur das, auch mal mit neuen Kondensatoren versehen werden. Das ist ja so eine Sache bei diesen ersten, voll-elektronischen Modellen aus den 1970ern. Die kommen so langsam in die Jahre...


Aber stattdessen möchte ich mich auf dieses liebreizende Minolta MC W. Rokkor-HH 1:1.8 f=35mm konzentrieren, das da vorne drauf ist! Das ist nämlich wirklich ein Spitzenobjektiv, das aus der Masse der SR/MC/MD-Objektive heraus sticht. Ein Objektiv am Übergang vom Weitwinkel zur Normalbrennweite, die gute alte Reporterbrennweite, aber mit einer Lichtstärke von f/1.8! Das ist schon was! Der Preis bei ehBlöd, den ich nachgeguckt habe, spiegelt das auch wieder: Zwischen 100 und 200 Euro, je nach zustand. (Deshalb noch mal ein großes Danke an M und A, die mir diese Kamera mit Objektiv einfach so überlassen haben!) Zusätzlich zum Wert dieser Optik sind auch die Reviews im Internet begeistert! Yay!

Nun soll man ja nicht alles glauben, was die KI so ausspuckt, deswegen plane ich auch, das gute Stück demnächst mal auf Herz und Nieren mit Adapter an der Alpha zu testen. Womit wir dann aber zum Problem kommen: Wie eigentlich immer bei alten Minolta-Objektiven aus den 1970ern und -80ern hat sich das Fett in der Fokusschnecke komplett in Öl zerlegt und kriecht jetzt praktisch überall hin. Also, wirklich überall! Ich habe, als ich das Teil zum ersten Mal in den Händen hielt, also am letzten Freitag, den Ölfilm auf den Linsen weg gewischt, damit ich sehen konnte, ob da irgendwelcher Pilzbefall in den Linsen ist. Und am Sonntag waren die schon wieder genau so schmutzig wie vorher! Was immer da drin verarbeitet wurde, es verhält sich schlimmer als WD40!


Das alles wäre nur ein nebensächliches Phänomen, wenn nicht mal wieder die Blende fest stecken würde. Also, man kann sie schließen, das Objektiv hat sogar einen eigenen kleinen Abblendknopf an der Seite, aber sie springt halt nicht wieder auf, weil die Lamellen so mit Öl versifft sind, dass da echt nichts mehr geht! Schlimm! Schlimm, schlimm! Hier steht also auf jeden Fall eine komplette Demontage an. Und ich habe Angst: Dieses Objektiv hat laut Netz 8 Elemente in 6 Gruppen, diesen Abblendmechanismus und ich muss auf jeden Fall den Schneckengang entfetten und neu schmieren. Das bedeutet: Alles muss raus! Das klingt kompliziert, trotzdem würde ich das bei einem billigen 08/15 dahergelaufenen M42 sofort in Angriff nehmen. Bei diesem hier, mit diesem potenziellen Restwert? Da überlege ich, ob ich es nicht vielleicht doch in die professionelle Reinigung gebe. Was das wohl kostet?


Aber es wäre halt schade, wenn ich so ein schönes Stück nachher nicht wieder zusammengebaut bekäme. Leider ist die DuRöhre auch nicht so hilfreich, da schlägt in letzter Zeit so viel Müll auf und die Suche ist voller AI-Slop, dass man die wichtigen Videos nicht mehr findet, solche, die einem erklären, wie man zB ein solches Minolta am besten auseinandernimmt und nachher wieder zusammensetz! Es ist echt die Seuche! Naja, mal sehen, vielleicht finde ich ja doch noch eine Möglichkeit, das selber zu regeln...

Tomb Raider Meeting 2026 - Bob Ross

Wie auch schon letztes Jahr hat Titzia uns auch dieses Mal wieder an einem ihrer Bob Ross Workshops teilnehmen lassen. Ist zwar jetzt nicht unbedingt Tomb Raider, aber witzig ist es trotzdem. Und wir haben auch dieses Mal wieder viel Spaß gehabt, was ja die Hauptsache ist. Allerdings muss ich vorweg sagen: Meine Bäume sehen scheiße aus! ;-)


Dieses Mal also einen Tannenwald (oder ähnliches) mit dunklem Hintergrund, auf den wir zuerst einmal ein bisschen Nebelschwaden aufgebracht haben. Die Leinwand selber hatte sie schon schwarz vorgefärbt mit gebracht, genauso hat sie sämtliche Farben uns anderen Utensilien zur Verfügung gestellt. Nach dem Nebel kommen die Hintergrundbäume, dann ein bisschen Wasser im Vordergrund und eine Matschlache in der Mitte, die bei mir beide ein bisschen sehr hell geworden sind. Hätte mehr blau rein mischen müssen. Am Besten gelungen ist mir glaube ich das Grünzeugs, das als Highlight in den Vordergrund getupft wurde. Die aufgewühlte Erde ist mir ein bisschen aus dem Ruder gelaufen, aber noch akzeptabel, denke ich. Schließlich noch den Rest des Vordergrunds und die eigentlichen Bäume, von denen ich mir nur drei geleistet habe, während andere einen ganzen Wald da rein gepinselt haben. Aber wie gesagt, ich bin von meinen Bäumen eh nicht so ganz überzeugt. ;-)


Wie man sieht, wir waren schon ein bunter Haufen und es ist erstaunlich, dass bei der gleichen Vorlage und den selben Anweisungen der Frau Lehrerin da so unterschiedliche und individuelle Ergebnisse raus kommen. Und zugegeben, das ist jetzt keine große Kunst, aber das ist ja auch gar nicht der Punkt! Sondern dass wir uns künstlerisch betätigt haben und dass wir Spaß dabei hatten!

Jetzt muss mein Kunstwerk jedenfalls nur noch richtig trocknen und dann kann ich es - zusammen mit dem Berg vom letzten Jahr - endlich mal aufhängen. Ich weiß nur noch nicht wo! ;-)